Mai 2025
„Mit dem stimmt doch was nicht.“ – ein Besuch beim „Katzelmacher“ in den Kammerspielen
Mai 2025
Im Mai besuchte der Wahlkurs Kult‑Tour das Theaterstück „Katzelmacher“ von Rainer Werner Fassbinder an den Münchner Kammerspielen – eine Inszenierung, die uns gleichermaßen fasziniert, herausgefordert und bewegt hat.
Das Stück thematisiert Ausgrenzung und Ausbeutung – zentrale gesellschaftliche Fragen, die in der Aufführung auf eindringliche Weise sichtbar wurden. Im Mittelpunkt steht ein Fremder, der in einer von Langeweile, Frust und Vorurteilen geprägten Gemeinschaft zunehmend zum Sündenbock gemacht wird.
Was uns dort erwartete, war keine klassische Inszenierung – sondern eine moderne, fordernde und visuell überwältigende Ausarbeitung, über die wir noch lange gesprochen haben.
Schon der Einstieg ließ aufhorchen: Schauspieler in Katzenkostümen stolzierten über die Bühne – eine schräge, fast ironische Szene. Bald darauf veränderte sich die Stimmung jedoch drastisch: In trägen, düsteren Unterwasserszenen wirkte alles wie in Zeitlupe, als wären die Figuren in einer Welt voller Widerstand und Unsichtbarkeit gefangen.
Das Stück verbindet das Absurde mit dem Bedrohlichen – ein Gefühl, das sich durch das gesamte Stück zog. Immer wieder wurden Themen wie Ausgrenzung, Rassismus und Ausbeutung auf teils verstörende Weise sichtbar gemacht.
Über dieses Stück haben wir im Anschluss so lange diskutiert, bis wir vom Theaterpersonal nach draußen gebeten wurden. Dank der fackkundigen Interpretation von Lea sind aber keine Fragen offen geblieben.
„Katzelmacher“ war keine leichte Kost, aber genau deshalb ein Erlebnis, das uns noch lange beschäftigt hat – und das gezeigt hat, wie stark Theater uns fordern kann.