Zum Hauptinhalt springen

02. Oktober 2025

Vom langen Weg einer Idee und ihrer Würdigung - FOS Haar wird PIZ-Schule

02. Oktober 2025

Am Donnerstag, den 02.10.25, fand „in der Münchner Residenz die feierliche Verleihung des Prädikats „Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien“ (PIZ) statt. Mit dieser Auszeichnung werden Schulen aller Schularten gewürdigt, die informatische Bildung und digitale Zukunftstechnologien innovativ und lernförderlich im Unterricht verankern. (…) Kultusministerin Anna Stolz würdigt(e) die innovative Arbeit der ausgezeichneten Schulen: „PIZ-Schulen stehen für neue Wege – mit kreativen Unterrichtskonzepten und einer klaren Vision: Sie wollen unsere Schülerinnen und Schüler zukunftsfest machen.“

Wie die FOS Haar PIZ-Schule wurde erfahren Sie hier: 

„Der ist genau das gelaufen, was er trainiert hat.“ – „Um zu gewinnen, brauchst du diesen Zubringerwert bei den 40-Meter-Sprints.“ – „In der Wettkampfphase musst du bei deiner Körpergröße ein Gewicht von … haben.“Sätze wie diese habe ich in meiner Zeit als Leistungssportler unzählige Male gehört. Schon damals wurde mir klar: Erfolg ist planbar – wenn man die richtigen Werte kennt. Gewicht, Sprintfähigkeit, VL3-Schwelle, Hämoglobinwert – all das lässt sich messen, optimieren und gezielt trainieren. Aus der Summe dieser Faktoren entsteht eine vorhersagbare Leistung. Das Training wird effizient, die Ergebnisse messbar.

Die Idee lag also nahe: Wenn sich Leistung im Sport so gut analysieren und verbessern lässt – müsste das nicht auch im Mathematikunterricht funktionieren? Ich begann, nach Kennzahlen zu suchen, die die Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern möglichst präzise abbilden. Die klassische Note erschien mir dafür zu ungenau, zu stark von Zufällen beeinflusst.

Die Lösung fand sich schließlich im Kompetenzraster der Kultusministerkonferenz (KMK). Doch jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu testen und darauf basierend passende Aufgaben mit den richtigen Kompetenzen und Anforderungsbereichen zu erstellen – das war damals schlicht nicht machbar. Zeitlich unmöglich. Die Idee verschwand vorerst in der Schublade.

Bis plötzlich ein Hoffnungsschimmer auftauchte: Künstliche Intelligenz.
Warum nicht die Testungen und die Aufgabenerstellung einer KI überlassen?

Ein Blick ins Kollegium zeigte schnell einen möglichen Mitstreiter: Michi (Spirk). Ein kurzes Gespräch – und er war mit an Bord. Nach einem offenen Ohr bei der Fach- und Schulleitung konnten wir endlich loslegen. Schritt für Schritt setzten wir uns mit KI auseinander, lösten Probleme, sammelten Erfahrungen – und lernten unglaublich viel dabei.

Auf den Hinweis unserer IT-Beauftragten Moni hin bewarben wir uns schließlich beim PIZ-Programm, um unsere Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und tatsächlich: In diesem Jahr wurden wir als eine von 48 Schulen in Bayern zur PIZ-Schule 2025 ausgezeichnet – ein besonderer Moment.

Die Preisverleihung am 2. Oktober 2025 in der Münchner Residenz war ein Höhepunkt: Unsere Kultusministerin Anna Stolz überreichte die Auszeichnung persönlich – in einem festlichen Rahmen, der uns spüren ließ, dass unsere Arbeit auch auf offizieller Ebene Anerkennung findet.

Doch sind wir damit am Ziel?
Nein – noch lange nicht.

Die Vision, Schülerinnen und Schüler so gezielt und individuell wie möglich zu fördern, steht erst am Anfang. Auf dem Weg dorthin warten noch viele Herausforderungen – technische wie rechtliche. Systeme müssen stabil, sicher und datenschutzkonform arbeiten, Schnittstellen geschaffen und Prozesse vereinfacht werden.

Es ist also noch ein ordentlicher Marathon hinzulegen… 

Weitere Informationen zur Preisverleihung finden Sie in folgendem Artikel: https://www.km.bayern.de/meldung/neue-profilschulen-machen-bayerns-schuelerinnen-und-schueler-fit-fuer-die-digitale-welt

Lehrkraft